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Bibliothekartag 2012

25/05/2012 1 Kommentar

Dann versuche ich mal meine Bibliothekartage zusammenzufassen.

22.05.2012

Veranstaltungsreihe: Bibliotheksportale mit integrierten Discovery Service
Vorweg, ich habe davon keine Ahnung, finde die Entwicklungen in diesem Bereich aber spannend. Es war teilweise schon ganz schön schwer da zuzuhören, weil es öfter sehr speziell wurde und in die Informatik führte. Das ist aber überhaupt nicht schlimm, denn die die sich da gut auskennen sollen ja auch was davon haben und nicht immer nur Grundlagen hören müssen.
Es wurden mehrere Projekte vorgestellt. Ich habe mich zwischendrin gefragt, warum jeder so sein eigenes Ding macht…sicher oft, weil es um einen speziellen Bestand oder Nutzergruppe geht, aber es könnten bestimmt mehr Projekte auch als Kooperation zwischen 2 oder mehreren Bibliotheken laufen. Aber vielleicht stell ich mir das auch zu einfach vor.
Grundidee ist es ja, dass man alle möglichen Medientypen aus allen möglichen Quellen durch eine Suchoberfläche finden kann und z.B. nicht extra eine Fachdatenbank kennen, aufrufen und dann in ihr recherchieren muss. Es kam in den Vorträgen gut raus, dass es nicht so einfach ist, alles in einen Topf zu werfen (um dieses schöne Bild beizubehalten). Innerhalb der Vortragsreihe, aber auch später in anderen Vorträgen, wurde gesagt, dass es schwer ist die eigenen Daten und die aus dem Index eines Anbieters zu mischen, bzw. es stellt sich die Frage, ob man es tun sollte. Die eigenen Daten könnten nämlich in der Trefferliste untergehen. Sofern ich das richtig verstanden habe, waren sich alle einig, dass es mehr Sinn macht 2 Suchen anzubieten, z.B. eine Suche nach Büchern und eine zweite nach Artikeln & mehr. Soviel zu meinem laienhaften Versuch das zusammen zu fassen.

Am Nachmittag habe ich mir bei der Zukunftswerkstatt den Vortrag zu geeks@colone angehört. Was soll ich sagen? Ich finde dieses Angebot ziemlich cool und vor allem absolut professionell und Zielgruppengerecht aufbereitet.

Dann wollte ich noch was zur Teaching Library mitnehmen und bin also zur Veranstaltungsreihe Neue Dimensionen der Teaching Library. Ich dachte, dass es für unser Literaturrecherchekurs und den Hilfestellungen bei Fragen zur Diplomarbeit/Doktorarbeit hilfreich/anregend sein könnte. Vom ersten Vortrag habe ich nur noch die letzten paar Minuten im Gang hören können, der Saal war nämlich komplett überfüllt. Ich habs zum zweiten Vortrag (SMILE, we’re making the most of other peoples work – not reinventing the wheel!) geschafft mit einen Sitzplatz zu ergattern und die Referentin war sehr witzig und mit Spaß bei der Sache. Da macht es natürlich auch besonders Spaß zuzuhören. Und die Einstellung, dass doch nicht jeder sein eigenes Süppchen kochen muss und man voneinander lernen kann und nach Absprache auch Dinge übernehmen kann, möchte ich unterstützen.
Von dem Vortrag „Dissertierende als besondere Zielgruppe für die Teaching Library im Spannungsfeld von lokalen und globalen Entwicklungen“ hatte ich mir irgendwie mehr erwartet, als ich nach 15 Minuten nicht das Gefühl hatte etwas Neues gehört zu haben, bin ich gegangen. Vielleicht hat er ja anderen Zuhörern mehr gebracht.


23.05.2012

Am Dienstag ging es zur Vortragereihe Open Access und freie Internetressourcen: Auswirkungen auf Erwerbung und Bestandsaufbau. Auch hier wurden einige Projekte vorgestellt, die oft noch in den „Kinderschuhen“ steckten. Zusammenfassend ist bei mir angekommen, dass noch viel getan werden muss und dass es ganz unterschiedliche Ansätze und Probleme zu lösen gibt. Außerdem, dass es durch die ganzen Rechtlichen- und Lizenzfragen ziemlich kompliziert werden kann. Aber auf jeden Fall ein wichtiges Thema. Etwas erstaunlich fand ich, dass die Wissenschaftler von den Bibliotheken fordern ihre Publikationen im Netz sichtbar zu machen.

Am Nachmittag war ich bei den Zukunftswerkstatt-Vorträgen Innovative Lösungen in der Praxis (Teil 2). Da gabs drei ganz unterschiedliche Themen, aber alle drei super spannend. Es gab einen tollen Einblick zu mobilen Webangeboten und die Erkenntnis, dass  eine App nicht unbedingt die beste Lösung ist. Danach sehr schön zusammengefast, welche Erwartungen die Nutzer eigentlich an mobile Angebote haben und das man da eben etwas anders denken muss, als für die normale Homepage. Und zum Schluss ein sehr lebendiger Vortrag von Christoph Deeg zu dem Thema „Netzwerke und Communities? Was Bibliotheken von Gaming-Communities lernen können“. Ich finde, er hat es hervorragend ausgearbeitet und zusammengefasst und ich kann da eigentlich nur zustimmen.

Da mich das Thema Gaming persönlich interessiert, war ich anschließend bei dem Vortrag „Gaming in der Bibliothek“ mit Justin Hoenke. Was soll man sagen? Der Mann liebt seinen Job und dementsprechend emotional und packend war sein Vortrag. Große Klasse!
Um den Tag abzurunden und die Chance zu nutzen, dass es Vorträge zu diesen Themen gab, bin ich dann auch gleich da geblieben und hab bei der Videokonferenz Game-Based-Learning zugeschaut. Zum einen muss ich sagen, dass es ein spannendes Experiment war diesen Online-Kurs mit einem Vortrag auf dem Bibliothekartag zu verbinden. Und es hat super geklappt. Schade nur, dass so wenige Leute da waren. Für die, die es verpasst haben, man kann es hier anschauen:
http://www.e-teaching.org/etresources/media/video/opco12/game-based-learning.html

Inhaltlich war es auch total spannend und durch die zahlreichen Fragen im Chat wurde auch noch ordentlich diskutiert, sehr lebendig das Ganze. Der tollste Begriff, während des Kurses, war für mich „stealth learning“.
Es hat mich auch total neugierig auf die OPCO12 gemacht (http://opco12.de/willkommen-zum-opencourse-trends-im-e-teaching/).


24.05.12

Der Tag startete mit einem Abstecher zu den Ausstellern. Und anschließend ging es (schon wieder) zu dem Programm der Zukunftswerkstatt. Die Vorträge „Lesen im 21. Jahrhundert“ und „Neue Arbeitsformen im Digitalen Zeitalter – CoWorking in Wolfsburg“ waren beide ganz anders, als ich dachte, aber dennoch spannend. Der Vortrag zum Lesen ging ganz leicht in eine neurologische Richtung und arbeitete heraus, dass man das Lesen tatsächlich wieder verlernen kann. Der Vortrag zu den Arbeitsformen befasste sich mir CoWorking Spaces, genauer mit dem Schiller 40. Überwiegend freiberufliche, kreative Menschen bewohnen sozusagen zusammen ein Büro und profitieren von Kontakten, Netzwerken, Vorträgen und sogar PowerPoint Karaoke.

Nachmittags sollten es dann einige Vorträge zum Semantic Web sein, aber der Raum war zu voll, um da wirklich anständig zuzuhören. Daher kann ich nicht wirklich davon berichten. (Anmerkung: liebe männliche Studenten und Herren mittleren Alters, es ist nicht nett sich vor eine kleine Frau zu drängeln, damit man besser sehen kann…schon gar nicht, wenn diese vor euch da war!) Zum letzten Vortrag „Augmented Reality in Bibliotheken: Möglichkeiten und Forschungsbedarfe“ hab ich dann einen guten Stehplatz ergattert. Absolut spannendes Thema, aber leider noch so wenig bearbeitet. Ich würd das gern für eine Bibliothekseinführung testen, aber das scheint nicht so leicht umsetzbar zu sein, ohne gewisse Kenntnisse. 😦

Am Abend gabs dann noch die Podiumsdiskussion „Heilige Kühe Schlachten“ (Moderation: Prof. Dr. Dirk Lewandowski, Gesprächsteilnehmer: Prof. Dr. Klaus Tochtermann, Dr. Klaus Graf, Prof. Dr. Hans-Christoph Hobohm, Barbara Schneider-Kempf, Prof. Dr. Norbert Lossau). Die war super gut besucht und auch spannend, hätte durchaus länger gehen können, dann hätten ein paar mehr Themen angesprochen werden können. Aber, wenn ich bei dem Bild bleiben darf, es floss weniger blutig als erwartet.


25.05.2012

Der Tag heute stand komplett unter dem Motto Web 2.0 (wieder bei der Zukunftswerkstatt…wenn das kein Kompliment an euer tolles Programm ist ;o).
Los ging es mit Twitter und wissenschaftliche Bibliotheken (Academic Libraries: Social Media Strategies to Capture the Attention of User Communities). Die Dame aus Toronto lieferte interessante Einblicke und Ideen. (Und mal ein Vortrag zu diesem Themenbereich, der etwas mit wissenschaftlichen Bibliotheken zu tun hatte. Juhu!).
Dann wurde das Projekt Hab 2.0 vorgestellt. Es ist quasi der Versuch das Expertenwissen durch Tags und Kommentare im Katalog anzureichern. Eine tolle Idee und es freut mich, dass es funktioniert, auch wenn es noch schleppend läuft. Da lohnt es sich sicher dran zu bleiben.

Danach ging es um den interaktiven Bibliothekskatalog in ÖB´s, ein erster Anfang wurde mit Librarything for Libaries gemacht. Und die Ergebnisse können sich sehen lassen. Ich finds auch toll, dass die Nutzer in so kurzer Zeit durch das Schreiben von Rezensionen aktiv geworden sind.
Anschließend gab es zwei sehr unterschiedliche Vorträge zu Facebook und Bibliotheken.
Zuerst (unter erschwerten Bedingungen, da der Alarm einer Tür los ging) wurde der Nutzen von sozialen Netzwerken aufgezeigt. Toller Vortrag und ich habe noch einige Anregungen für unseren Facebook-Auftritt mitnehmen können (auch wenn wir eine WB sind, ich finde diese Trennung ja meist eh blöd). Dann wurde das Thema eher aus Marketing-Sicht betrachtet, mit dem Wunsch das Feedback und die Aktivitäten der Nutzer messen und steigern zu können. Ich finde es ist ein interessanter Ansatz, aber man merkte, dass sich einige damit schwer taten. Als letztes gab es eine Statistische Auswertung, wie Schüler mit Social Media umgehen. Für mich waren die Ergebnisse jetzt nicht überraschend. In Hinblick auf zukünftige Nutzer ist das auf jeden Fall interessant.

Und das wars dann auch schon. Ich hoffe, ich konnte mich einigermaßen klar ausdrücken und hab nich ganz so viele Schreibfehler oder inhaltliche Fehler drin (ich bin doch ganz schön k.o.). Es waren schöne, informative Tage. Ich freue mich, dass ich so viele Kollegen gesehen habe und wir ein wenig Zeit miteinander verbringen konnten.

Sobald die Vortragsfolien hochgeladen sind, werde ich die Angaben hier mit entsprechenden Links ergänzen.