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RSS Feeds in Bibliotheken

Was ist das? 128px-Feed-icon2.svg.bmp
Meist viereckig, orange mit einem Punkt und zwei Streifen, aber auch immer häufiger in ziemlich wilden Varianten… panda

Viele werden sofort wissen, dass es sich dabei um Symbole für RSS Feeds handelt. Ein paar weniger werden wissen, dass sie diese Symbole dazu einladen beispielsweise Neuigkeiten einer Webseite zu abonnieren. Noch weniger werden wissen, wie sie diese Inhalte erhalten und lesen können. Und ich wage zu behaupten, dass noch immer nur ein paar Besucher einer Webseite bei diesem Angebot zugreifen.

Aber warum eigentlich?
Schließlich kann man doch ständig lesen, wie praktisch und zeitsparend Feeds sind. Auch während des Studiums habe ich das mehrfach gehört. Aber ganz ehrlich? Sofort überzeugt hat mich diese Technologie nicht. Wieso?

Da muss ich überlegen…
Ich glaube es lag daran, dass diese einfache Technologie so umständlich erklärt wurde oder umständlich erklärt werden musste? Immerhin gilt es Fragen wie: „Was ist das überhaupt?, „Wie mache ich das?“ (Allein hier gibt es schon mehr oder weniger aufwendige Möglichkeiten.) und „Was bringt mir das?“ zu beantworten. Und nach diesen Ausführungen ist man vielleicht nicht wirklich davon überzeugt, dass es einfach, praktisch und zeitsparend ist RSS Feeds zu benutzen. Ob das nur bei mir so war…wer weiß?

Und wieso benutze ich sie nun trotzdem gern? Weil auch ich immer mehr Internetseiten, Blogs, Diskussionen etc. interessant und lesenswert finde. Und weil auch ich merke, dass es umständlich und zeitaufwändig ist mehr als 20 Internetseiten zu besuchen und auf Neuigkeiten zu prüfen. Deshalb habe ich einfach mal aufgehört mich zu fragen, was mir diese Feeds wohl bringen würden und es ausprobiert. Und tatsächlich, es spart Zeit! Ich kann jetzt mühelos einer großen Menge an Informationen folgen und auf dem Laufenden bleiben. Egal, ob es mehrmals am Tag etwas Neues gibt oder einmal im Monat. Ich verpasse nichts.

Diese Erkenntnis ist jetzt eine Weile her und nun kommt das berufliche ins Spiel. Die UB in Kiel möchte auch bald RRS Feeds anbieten und ich darf dieses Projekt umsetzen. Da trifft es sich sehr gut, dass dieses Thema gerade in der Bibliothek 2.009 in Lektion 04 und in Lektion 05 bearbeitet wird.

Am Anfang des Projektes ist es natürlich spannend zu recherchieren, welche Bibliotheken bereits Feeds anbieten und noch viel wichtiger, welche Inhalte sie verbreiten. Eine erste Übersicht war leider schnell abgearbeitet, weil es in Deutschland bisher noch gar nicht viele Bibliotheken mit RSS Feeds gibt.

Welche Informationen verbreiten sie?
Oft ähneln sich die Inhalte. Am häufigsten findet man Feeds die Neuigkeiten, Aktuelles etc. der Bibliothek beinhalten. Das ist auch nicht weiter verwunderlich, immerhin kann man aus diesen Informationen automatisch einen Feed erzeugen. Feeds für Neuerwerbungen sind ebenfalls häufiger zu finden. Hier gibt es aber schon größere Unterschiede. Als einfachste Variante gibt es Feeds, die die Neuerwerbungen des letzten Monats oder die letzen 30 Neuerwerbungen beinhalten. Teilweise werden sie auch auf bestimmte Fachgebiete zugeschnitten angeboten.
Am schönsten finde ich das Angebot der TUB Hamburg-Harburg MyBibRSS. Eine personalisierte Neuerwerbungsliste! Feed benennen, Fachgebiete auswählen, fertig. Was erhalte ich? Einen Neuerwerbungs-Feed, der auf meine Interessen, Studienfach etc. zugeschnitten ist und keine überflüssigen Informationen enthält.

Welche Themen könnten Inhalte von Feeds sein? Hier ein paar Anregungen aus diversen Bibliotheks-Feeds + ein paar eigene Überlegungen.
– Öffnungszeiten Bibliothek (Änderungen / Schließungstage)
– Veranstaltungen (erste Bekanntmachung / spätere Erinnerung)
– Schulungsangebote (erste Bekanntmachung / Hinweis auf freie Plätze / Erinnerung)
– Datenbanken (neue Angebote / nicht mehr zugänglich / Veränderungen)
– Literatur (größere Menge durch Geschenk, Nachlass erhalten, dazu Infos)
– Spenden (Was wurde mit dem Geld gemacht?)
– Wartungsarbeiten / Störungen (ankündigen, Störungen schnell melden, erklären,
Hilfestellung)
– Umfragen (Ergebnisse Umfragen mitteilen, damit verbundene Änderungen)
– „Flohmarkt“ (Verkauf ausgesonderte Bücher)
– Besonderheiten im eigenen Bestand (vorstellen)
– „Probleme“ aus den Abteilungen (Nutzer machen ständig etwas „falsch“? Hier könnten
verschiedene Themen aufgegriffen und erklärt werden)
– Bibliothek, Abteilungen, Geräte (vorstellen, bekannter machen)
(Diese Liste wird hoffentlich noch länger.)

Ich denke es ist wichtig, dass der Feed nicht nur einmal im Monat etwas verbreitet.
Wir haben mit RSS Feeds eine weitere Chance immer mal wieder im Blickfeld des Nutzers aufzutauchen, präsent zu sein. Deshalb sollten neben den automatisch erzeugten Inhalten auch zusätzliche Informationen, Themen behandelt werden.

————
ToDo:
Fragen rund um die inhaltliche, formale Gestaltung von RSS Feeds klären.
In welchem Stil schreibt man Feeds? Eher locker oder an den Stil der Homepage angepasst?
Gestaltung und Inhalt der Feed-Hilfeseite.
Wie verpacke ich die Fragen „Was ist das?“, „Wie mache ich das?“ in eine möglichst kurze, ansprechende Webseite? Und vor allem so, dass niemand grübelt „Was bringt mir das?“, sondern sofort loslegt und endlich auch erkennt, dass Feeds eine zeitsparende, praktische Sache sind. 😉

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  1. 31/07/2009 um 08:44

    Aus der Praxis:
    Man schreibt eigentlich fast nie RSS-Feeds (das geht aber natürlich auch), sondern man schreibt Beiträge, die vom benutzten ContentManagementSystem als Feed automatisch zur Verfügung gestellt werden.

    Man sollte darauf achten, mit der Terminologie nicht ins Schleudern zu kommen 😉

    Wir (TUB HH) benutzen z.B. inzwischen ein Weblog um die Neuigkeiten als Feeds zu generieren, vgl. TUHH Bibliothek

    So benutzt z.B. Vascoda (ein vom DFG mit vielen 100tausenden Euros gefördertes Projekt) WordPress.com um für die Vascoda-Neuigkeiten einen Feed zur Verfügung zu stellen. Auf der „normalen“ vascoda.de erkennt man nicht, das der Feed aus dem vascoda.wordpress.com Weblog generiert wird.

    Bei Fragen zum Thema gerne mal bei mir anrufen….

  2. SJ
    31/07/2009 um 14:52

    Da haben Sie natürlich Recht. Bei uns wird das ganze dann mit Plone erstellt.
    Obwohl ich die Variante Blog + Feed immer besser (und auch immer öfter in Bibliotheken) finde.

    Der Blog der TU ist sehr schön. Ich bin ja ganz neidisch auf Ihren anstehenden Betriebsausflug, wo ich doch so gerne Alte Drucke bearbeite. 🙂

  3. 31/07/2009 um 16:38

    Der Betriebsausflug wird sicher nett, obwohl ich etwa 500 m von der Ratsbücherei entfernt wohne und dort Kunde bin, ist es natürlich immer interessant mal hinter dei Kulissne zu schauen.
    Kleiner Tipp noch: Noch ein paar Einträge schreiben, um Kategorien, Tags und nicht zuletzt den Feed auszuprobieren 😉

  4. Vero
    03/08/2009 um 20:12

    Während ich mal wieder in den Kommentaren herumlese, weil ich schon öfter festgestellt habe, dass sich da SEHR interessante Fundsachen drin finden 😉 – bin ich auch in diesem Blog gelandet. DANKE für eine wunderbar ausführliche Info darüber, was jemand, die/der in Kiel zu wohnen/arbeiten scheint, mit einem RSS-Feed anfangen kann aus der Bibliothek in HH (nicht sooo weit weg, will ich mal behaupten!).

    Mir tauchte beim Lesen dieses Beitrags (danke auch an E.S. für die immer wieder hilfreichen Anmerkungen!) noch die Frage auf, ob es eigentlich grammatikalisch korrekt „DER“ oder „DAS“ Feed heißt – flugs bei Wikipedia nachgeschaut: http://de.wikipedia.org/wiki/RSS – da steht haufenweise „DER“ – obwohl sich mir die Logik nicht erschließt[grübelnd-dreinblick]. Ein kurzer Blick ins Wiktionary zeigt mir, dass das Thema dort noch nie aufgetaucht z usein scheint – das Wort ist dort „nicht vorhanden“[Seufz] Wie finde ich das denn nun raus?[ratlos-dreinblick]

  5. SJ
    04/08/2009 um 08:16

    Danke für die Blumen. 🙂
    Ich verbinde gerade Hamburg und Kiel…da die Stelle in Kiel arg befristet ist, möchte ich noch nicht aus Hamburg wegziehen und pendle daher jeden Tag unermüdlich. Und nein sooo weit weg ist es wirklich nicht. 😉

    Die Frage nach der grammatikalisch richtigen Bezeichnung von Feeds ist interessant. Und ich muss gestehen, dass ich mir beim schreiben kaum Gedanken darüber gemacht habe. Bisher ist mir im Internet fast nur ‚der‘ RSS Feed über den Weg gelaufen. Ähnlich verhielt es sich wohl auch mal mit dem Wort ‚Blog‘. Mittlerweile sind die Schreibweisen der Blog und das Blog anerkannt. Vielleicht wird es mit RSS Feeds auch so verlaufen?

    Und wo ich nun in deinem schon gut gefüllten Blog gestöbert habe, ist mir doch glatt das Impressum aufgefallen. Und für mich gleich die nächste Frage: „Was muss im Impressum stehen?“. Darf ich fragen wo du dich darüber informiert hast?

  6. 06/08/2009 um 13:12

    Auch von mir ein Lob über die tollen Beiträge.
    Ich bin ganz überrascht, was in diesem Kurs so alles geschieht und hier habe ich eine sehr schöne Rose gefunden. 🙂
    Wie schön, dass wir alle so unterschiedlich sind und verschieden an die Dinge herangehen.

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