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Archiv für November 2009

Kompetent IM Netz

25/11/2009 1 Kommentar

Heute fasse ich mich kurz. “Angekündigt” hatte ich es ja schon in zwei Beiträgen (hier: Chatauskunft via Instant Messenger und da: Schulung Chatauskunft – Lessons Learned). Meine Diplomarbeit ist jetzt veröffentlicht. Lesen kann man sie hier.

Titel
Kompetent IM Netz: Machbarkeitsstudie zum Einsatz von Instant Messaging in der digitalen Auskunft an der Bibliothek der Helmut-Schmidt-Universität (Hamburg)

Abstract
Während einige Formen der digitalen Auskunft wie E-Mails oder auch Web-Formulare in deutschen Bibliotheken weit verbreitet sind, finden sich bisher in Deutschland keine Beispiele für den Einsatz von Instant Messaging Programmen.
In vielen angloamerikanischen Bibliotheken dagegen werden Instant Messengers mit großem Erfolg in der digitalen Auskunft eingesetzt. Die vorliegende Diplomarbeit befasst sich mit der möglichen Einführung einer Instant Messenger Auskunft an der Bibliothek der Helmut Schmidt Universität (Hamburg). Als Teil der Arbeit werden Studien zur Nutzung von elektronischen Medien und Instant Messenger ausgewertet. Mit Hilfe der Ergebnisse wird erläutert, welche Vorteile insbesondere synchrone Auskunftsdienste den Nutzern und auch den Bibliotheken bieten.
Zudem wird die Entwicklung der Instant Messenger beschrieben. Die bisherigen digitalen Auskünfte der Bibliothek der Helmut Schmidt Universität werden quantitativ und qualitativ ausgewertet.
Mit hilfe einer Mitarbeiterumfrage wird zusätzlich die Einstellung des Bibliothekspersonals gegenüber dieser neuen Auskunftsform ermittelt. Abschließend werden Empfehlungen zur Auswahl und Einführung einer geeigneten Software ausgesprochen.

Und auch hier noch der Hinweis, dass die Kollegen der HSU mittlerweile mit LibraryH3lp chatten. Ansehen, testen etc. kann man die Chatauskunft auf der Homepage.

RSS-Feed in der UB Kiel – Lessons Learned

Seit dem 10.11.2008 kann auch die UB-Kiel verkünden, dass sie ihren Nutzern endlich einen weiteren Informationskanal in Form eines RSS-Feeds anbietet. Meine Aufgabe war es dieses Projekt zu planen und umzusetzen.

Lektion 1
Was ich sicher zuerst gelernt habe ist, dass man in einer so großen Institution nicht alles so umsetzen kann wie man es gerne möchte oder wie man es für die beste Lösung hält. Okay, dass ist nicht wirklich überraschend, aber diese Erfahrung das erste Mal zu machen, wirkt sich im ersten Moment schon etwas negativ auf die Motivation aus, aber ich bleibe natürlich am Ball.

Lektion 2
Die RSS-Feeds sind für mich, so wie sie im Moment erstellt werden, nicht optimal. Aber in diesem Sinne habe ich auch gleich gelernt, dass man sich auch mit Zwischenschritten oder Zwischenergebnissen zufrieden geben muss. Ich hoffe später kann man darauf aufbauen und einiges verbessern. Immerhin hat die UB den ersten Schritt ins Web 2.0 gemacht und sich ihren Nutzern ein wenig geöffnet. Denn bisher kommuniziert die Bibliothek nicht wirklich aktiv mit ihren Benutzern.
Ich hätte für die UB gerne einen Blog erstellt und darüber die RSS-Feeds automatisch generieren lassen. So wie es bereits sehr viele Bibliotheken machen.
Unsere Feeds entstehen über das Content Management System Plone. Das hat leider ganz schön viele Nachteile. Plone kann RSS-Feeds nur aus einer Kollektion erstellen. Mit Hilfe einer Kollektion kann man verwandte Artikel zusammenfassen. Wir haben die Kollektion ‘aktuelles’ erstellt, ihr bestimmte Eigenschaften zugeordnet und nun erscheinen alle Internetseiten, die mit dieser Kollektion verknüpft werden im RSS-Feed. Ursprünglich wollten wir die Neuigkeiten der Seite ‘Aktuelles’ automatisch als RSS-Feed erstellen lassen. Die Seite Aktuelles ist aber leider einfach nur eine Tabelle, in der die Neuigkeiten eingetragen werden. Da es aber immer einer Internetseite bedarf, die mit der Kollektion verbunden ist, war das nicht möglich bzw. würde dieser Feed eher unschön aussehen.
Unsere Lösung: Die Mitarbeiterinnen des Sekretariats, die alle Neuigkeiten auf der Seite ‘Aktuelles’ eingeben, erstellen, wenn sie es nicht sowieso schon tun, für diese Meldung eine extra Seite und verknüpfen sie mit der Kollektion. Das ergibt eine geringe Mehrarbeit.

Da es in der UB Zeiten gibt, in denen kaum Neuigkeiten aufkommen, werden für den Feed extra Seiten zu unterschiedlichen Themen erstellt und als RSS-Feed veröffentlicht. Wenn man schon nicht bloggen darf, dann eben so. (Wenn jetzt Köpfe geschüttelt werden, kann ich das durchaus verstehen.) ;)

Lektion 3
An Themen mangelt es eigentlich nicht. Einerseits erhält der Feed Inhalte durch die bereits erwähnten Meldungen der Seite ‘Aktuelles’ (geänderte Öffnungszeiten, neue Datenbankzugänge, Veranstaltungen etc.). Andererseits wollen wir die Nutzer mit
- Erinnerungen an Ausstellungen und Veranstaltungen versorgen;
- auf freie Plätze in Schulungen aufmerksam machen;
- Bibliothekspolitische Themen ansprechen;
- Probleme der Bibliotheksbenutzung aufgreifen;
- bei der Informationssuche und Literaturbeschaffung helfen;
- Informationskompetenz und Medienkompetenz vermitteln;
- Dienste des Web 2.0 vorstellen;
- Tipps zur Suche im Katalog geben. Und wenn uns noch etwas sinnvolles einfällt kommt das natürlich auch noch in den Feed. ;)

Lektion 4
Die zusätzlichen Inhalte werden vorerst auch nur im RSS-Feed erscheinen und somit nur den Abonnenten des Feeds zugänglich sein. Wie schon erwähnt, werden für diese zusätzlichen Inhalte extra Seiten erstellt und diese dann mit der Kategorie verknüpft, damit sie als RSS-Feed erscheinen. Auch hier hätte ich eine andere Lösung bevorzugt, aber auf der Seite ‘Aktuelles’ durften diese Themen nicht unterkommen. Aber vielleicht ergibt sich da etwas in der AG Informationskompetenz. Dort gehen wir als nächstes Thema E-Learing und Bibliohekstutorials an.

Lektion 5
Etwas unschön ist es, dass die Feeds auf personalisierten Startseiten, wie Netvibes oder Freshnews, keine Zusammenfassung haben. Es wird lediglich der Link zur Seite angezeigt. Die Lösung dieses Problems ist auch eher unschön. Dazu muss man in Plone in das Feld ‘Beschreibung’ einen Teil des Textes, den man auch schon als Haupttext eingegeben hat, erneut eintragen und mit einem Link „Lesen Sie mehr…“ o.ä. (zur kompletten Seite) versehen.
Nur einen Teil des Textes, weil man in dem Feld ‘Beschreibung’ nichts formatieren kann und sich das Ganze dann nicht besonders gut lesen lässt. Links können mit dem HTML Code eingeben werden. Weitere Möglichkeiten der Formatierung habe ich noch nicht gefunden. Das bedeutet auch wieder geringe Mehrarbeit. Aber die schönere Darstellung in Netvibes etc. ist es mir wert.

Lektion 6
Da das RSS-Symbol in der URL-Leiste nicht auf jeder Seite dargestellt werden kann, haben wir das Symbol auf der Startseite der UB in der Navigationsleiste untergebracht. Neben dem Symbol gibt es noch einen Link zur RSS-Hilfeseite. Auf der Seite ‘Aktuelles’ wurden Symbol und Link ebenfalls untergebracht. Unter dem Menüpunkt ‘Services’ gibt es auch noch einen Link zur Hilfeseite.
Als ich mich zu Beginn des Projektes etwas auf Bibliotheksseiten umgeschaut habe, musste ich des öfteren nach den RSS-Feeds suchen. Ich denke zumindest hier haben wir eine gute Lösung gefunden.
Ansonsten wird der RSS-Feed zusätzlich in den Führungen beworben. Und unsere E-Mail-Signatur enthält ebenfalls einen Hinweis und den Link zur RSS-Hilfeseite.

Lektion 7
Als ersten RSS-Feed haben wir eine kurze Begrüßung und Informationen zum Inhalt des Feeds verschickt. Im zweiten Feed haben wir die Erstsemester und Studienfachwechsler begrüßt und sie mit den wichtigsten Infos versorgt (Benutzerkarte, virtueller Rundgang, Führungen, Wegweisung und bibliothekarische Auskunft). Dann kamen einige Meldungen aus ‘Aktuelles’ (Öffnungszeiten, Lehrbuchverkauf). Anschließend der erste Hinweis auf freie Schulungsplätze. Unsere englischen Internetseiten wurden vor kurzem überarbeitet und es gibt bald die nächste englische Führung, auch diese beiden Themen wurden durch ein Feed verbreitet. Der Feed „Suchen Sie noch oder finden Sie schon?“ stellt unser neu überarbeitetes Schulungsprogramm kiebiz vor.

Die erstellten RSS-Feeds sollen eine ansprechende Überschrift haben, etwas lockerer formuliert sein und die Nutzer direkt ansprechen. Als Zielgruppe sind die Studierenden angepeilt.

Lektion 8
Das Thema RSS-Feeds bzw. das neue Angebot der UB musste ich einigen Kollegen vorstellen. Dabei wurde mir ziemlich deutlich bewusst, dass es eine riesen Kluft gibt. Es gibt nur wenige Kollegen, die sich mit dem Thema genauso gut oder besser auskennen und selber beruflich und privat RSS-Feeds benutzen. Diese Kluft gibt es nich nur hier in Kiel, sie ist mir auch schon in anderen Bibliotheken begegnet. Und sie beschränkt sich nicht nur auf RSS-Feeds.
Zum Teil kommt das sicher daher, dass einige Kollegen privat PC und Internet kaum oder sogar gar nich benutzen. Dann ist es aus deren Sicht natürlich schwer da einzusteigen, Dinge nachzuvollziehen und zu verstehen. Es geht ja immer viel besser, wenn man etwas selber ausprobiert. Darum war es echt schwer das möglichst einfach (auch mit einfachen Worten) zu erklären. Ich habe versucht viel zu zeigen. Wie abonniert man? Wie sieht das auf einer personalisierten Startseite aus? Was hat man davon?
Für das Auskunftsteam haben wir sogar eine personalisierte Startseite angelegt und einige Feeds abonniert. Einfach, damit die Kollegen ohne viel Aufwand praktisch sehen können wie das funktioniert.

Zu den Themen des Internets und Web 2.0 hab ich auch schon oft klar ablehnende Haltungen gehört, auch das in unterschiedlichen Bibliotheken. Ich glaube über diese Kluft (und wie man sie verkleinert) muss man sich noch einige Gedanken machen. Meiner Meinung nach kommen Bibliothekare nicht mehr drum herum, sie müssen sich mit Themen des Web 2.0 auseinandersetzen, ob man das nun privat nutzen mag oder nicht spielt dabei keine Rolle. Der Beruf hat sich einfach zu sehr gewandelt. Als eine Person, die sich gerne damit beschäftigt, aber auch nicht alles toll findet und nutzt, sondern bemüht ist auch kritisch damit umzugehen, empfinde ich diese Kluft als anstrengend…im Moment kann ich das irgendwie nicht besser formulieren.

Lektion 9
Statistiken. Die Zahl der Abonnenten können wir leider nicht statistisch erfassen. Das ist natürlich sehr schade, denn sollte sich herausstellen, dass die RSS-Feeds von einer verschwindend geringen Nutzerzahl gelesen werden, wäre es die Mühe leider kaum wert. Demnächst werden wir mit Hilfe einer Umfrage versuchen herauszufinden, wie viele den Feed bisher abonniert haben.

Fazit: Teilweise hatte ich das Gefühl, wir machen aus dem Really Simple ein “Very Complicated”…aber trotzdem ist es gut, dass wir nun RSS-Feeds haben. Zumindest ich werde mich austoben und auf Verbesserungen hoffen.

Wer ‘uns’ abonnieren möchte, kann das über diese Adresse tun:

http://www.ub.uni-kiel.de/rss/rss/RSS

ToDo: Hoffentlich bekommen wir irgendwie unsere Neuerwerbungen mit der MyBibRSS-Software angezeigt. Noch ist es unklar, weil die Basisklassifikation in unserem Katalog unterdrückt wird.

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